Austellung "Atelier Baibay ++", La Villa Sauvage
Ursprünglich ist das Atelier Baibay ++ eine Familiengeschichte. In den 1960er-Jahren gründete Gilbert Baibay, Maler und Bildhauer, ein kreatives Atelier für junge Menschen: das Atelier Baibay 11+. Die ersten Teilnehmer waren seine fünf Kinder sowie deren enge Freunde. In diesem Vorhaben wurde er von seiner Ehefrau Simone Baibay-Struvay unterstützt und begleitet.
Gilbert Baibay war zutiefst davon überzeugt, dass jedes Kind von Natur aus seine eigene kreative Ausdrucksform in sich trägt: ein einzigartiges Universum, eine persönliche „Handschrift“. Ziel des Ateliers war es, diese spontane Kreativität hervorzubringen und zu entfalten, indem Kindern und Jugendlichen ein reiches und vielfältiges Umfeld geboten wurde – eine echte Einladung zur Entdeckung und Erforschung: unterschiedliche Materialien und Träger, aber auch Kunstbücher aus verschiedenen Kulturen sowie Werke über indigene Völker.
Fernab von technischem Unterricht beruhte dieses Atelier weder auf zu erlernenden Gesten noch auf einzuhaltenden Proportionen oder nachzuahmenden Modellen. Es gab keinen anspruchsvollen Lehrer und keinen wertenden Blick, sondern einen wohlwollenden und staunenden Zeugen. Vor allem war es ein Raum des Experimentierens, der den Horizont der Möglichkeiten öffnete.
In diesem Geist der Freiheit konnte jeder seine eigene Ausdrucksform finden und entwickeln. Einige gingen ihren Weg anderswo und auf andere Weise weiter; manche besuchten eine Kunstschule und bewahrten dabei ihre Eigenständigkeit; andere wiederum entfalteten sich in anderen Ausdrucksformen wie Musik, Fotografie, Schreiben, Tanz oder Theater.
Heute, da Gilbert und Simone Baibay in andere Sphären aufgebrochen sind, ist eine neue Generation hinzugekommen, insbesondere mit zeitgenössischen Medien und Techniken (Multimedia). Weitere Künstlerinnen und Künstler, die dieser Herangehensweise verbunden sind, haben sich dem Abenteuer angeschlossen. So wurde das „Atelier“ in Atelier Baibay ++ umbenannt, und das Abenteuer geht weiter – auf andere Weise.
Vernissage der Ausstellung: Sonntag, 18. Januar, ab 17 Uhr